
Wie ich Musik hören möchte, darüber habe ich in den letzten Jahren häufig nachgedacht. Spotify, Apple Music und Konsorten sind praktisch, keine Frage. Fast alles jederzeit verfügbar, Empfehlungen, Playlists, neue Musik entdecken. Alles super. Und trotzdem nervt mich das zunehmend. Es. Ist. Zu. Viel!
Ich möchte meine Musik nicht nur wieder selbst besitzen. Ich möchte auch eine bewusste Entscheidung treffen, welche Musik ich in welchem Moment hören möchte und nicht auf die erstbeste Empfehlung klicken. Ich möchte Musik wieder kaufen, CDs einlesen, Dateien (und Vinyl) sammeln und am Ende eine Musiksammlung haben, die mir gehört. Mit Alben, die ich mag, und sicherlich auch mit einigen, bei denen ich mich irgendwann fragen werde, was mich da eigentlich geritten hat.
Was mir dafür fehlte, war eine vernünftige Software. Etwas, das meine Musik einfach verwaltet, gut aussieht und sich intuitiv bedienen lässt und keine Mauern um meine eigene Musik-Sammlung baut. Das klassische iTunes fand ich damals eigentlich ziemlich gut. Was heute aus Apple Music (für den Mac) geworden ist … naja.
Tja. Was macht man, wenn es die passende Software nicht gibt (und man gerade im Umstieg auf Linux ist)? Richtig, man fängt an, sie selbst zu bauen. Das Ergebnis heißt limux music und ist eine schlanke Musikverwaltung für lokale Musikdateien. Die App liest (nur) meine Ordner ein, sortiert Alben und Interpreten, sucht absolut zuverlässig fehlende Cover (wenn ich ihr Internetzugriff gestatte) und – *trommelwirbel* – spielt Musik ab. Ich kann meine Sammlung durchsuchen, die Tags bearbeiten, CDs einlesen und Musik via USB auf einen Musikplayer kopieren.
Entwickelt habe ich (Claude Code *hust*) das Ganze mit Rust, GTK 4 und GStreamer zunächst für openSUSE mit GNOME.
Klingt vielleicht ein bisschen nach früher™. Egal. Ich finde es ziemlich schön, die eigene Sammlung wieder in den Mittelpunkt zu stellen, statt mich durch ein Angebot zu klicken, das mir „irgendwer“ zusammenstellt. KI, der ich sage wie sie meinen Code zu schreiben hat, ja. KI die mir sagt, welche Musik ich hören soll, nein.
Der Code liegt auf GitHub, aktuell noch privat. Wer Interesse hat, sagt hi! 👋